Text 1
Ich sitze auf dem Behandlungsstuhl der Frauenärztin, das Herz schlägt mir bis zum Hals. Ich habe extra erst nach dem Urlaub in Paris einen Termin gemacht damit ich mit viel Glück schon das Herzchen schlagen sehe, ich glaube ich bin in der 8ten Woche, ich bin aber nicht sicher weil mein Zyklus nicht immer das macht was er soll. Voller Erwartung starre ich auf den Monitor während die Ärztin anfängt in mir rumzustochern. Sie sagt sie macht erst mal die Krebsvorsorgeuntersuchung, dabei kann ich vor Aufregung kaum noch atmen. Dann ist es so weit, sie schmiert Gel auf den Ultraschallstab und führt ihn ein. Eigentlich sehe ich nur graue Schatten doch dann kann ich die Fruchthülle erkennen. Verdammt wo ist es? „Müsste da nicht schon mehr zu sehen sein?“ Frage ich die Ärztin. Sie grummelt nur und sagt: „machen sie sich keine Sorgen, wir wissen ja nicht genau wie weit sie sind, vielleicht ist es noch zu klein für den Ultraschall oder es hockt in einer Ecke“. Panik steigt in mir auf, mein Gedanke: Oh Gott es ist tot, wie konnte das passieren, oh Gott, oh Gott, ok ruhig bleiben…Es ist Montag und ich soll Donnerstag wieder kommen, dann sieht man sicher mehr.
Ich gehe wie in Trance nach Hause, „hey kleiner Wurm, bist du da?“.
Ich sinke in mein Sofa, „oh Gott was ist wenn es schon tot ist und ich trage es jetzt tagelang mit mir rum? Nein es ist sicher nur zu klein, ganz bestimmt ich hab doch noch alle Schwangerschaftsanzeichen und täglich werden sie mehr, sicher nur zu klein, ganz sicher, oh Gott ich kann nicht atmen, wie halte ich das bis Donnerstag aus?“
Ich habe fast 3 Nächte im Internet recherchiert, die kleinen Würmchen wachsen unterschiedlich schnell, ich hoffe inständig dass ich diesmal mehr sehe und starre wieder auf den Monitor, die Ärztin führt den Stab ein und bewegt ihn unangenehm hin und her, wieder sehe ich die Fruchthülle, ich glaube sie ist größer geworden, aber innen ist alles schwarz. „Hmm“ sagt die Ärztin, sie können sich erst mal wieder anziehen. Dann drückt sie mir einen Zettel in die Hand, „gehen sie am besten gleich zur Ausschabung oder am Samstag wenn sie morgen arbeiten müssen“. „Was? Wie bitte? Was ist los? Wieso zur Ausschabung, es ist doch noch gar nicht sicher oder?“ „Doch“ sagt die Ärztin, da wächst nichts, der Embryo ist schon abgestorben, aber die Kollegen im Krankenhaus untersuchen das auch noch mal damit sie sicher sind.
„Aber wenn das Kind tot ist, wieso geht es dann nicht von alleine ab?“ frage ich.
Sie sagt: „manchmal dauert das ein paar Wochen, gehen sie lieber zur Ausschabung.“
Ich verlasse das Behandlungszimmer und merke wie mir die Tränen über das Gesicht rollen, im Warteraum sitzen ein paar Hochschwangere Frauen die mich mitleidig ansehen, ich ziehe mich an und gehe Richtung S-Bahn, ich kann nicht mehr aufhören zu weinen, egal wie sehr ich mich bemühe, eine Welt bricht über mir zusammen, mein heißgeliebtes Würmen soll tot sein. Ich kann kaum noch sehen vor Tränen, meine Augen schwellen zu und das weinen wird immer stärker, ich glaube ich habe in meinem Leben noch nie so stark geweint, mein Baby ist tot, oh Gott wie soll ich weiterleben, ich hab ein totes Baby in mir. Ich kann nicht atmen, nur schluchzen und versuchen den Weg nach Hause zu finden. Mein Herz zerbricht, ich spüre einen stechenden Schmerz im Herzen, oh Gott, wie konnte das nur passieren, was hab ich falsch gemacht? Waren es vielleicht die Gripostad die ich genommen habe bevor ich wusste dass ich schwanger bin? Oder ich hab mich in Paris zu sehr angestrengt, oh Gott mein Baby. Ich kann nicht mehr, ich schließe die Tür auf und greife zum Telefonhörer, meine Schwester geht ran, ich sag hallo, dann bleiben mir die Worte im Hals stecken, ich kann nicht weiter reden, sie spürt dass was nicht in Ordnung ist „oh ein, sag nicht das Baby ist tot“ sagt sie. Ich würge mir ein Wort raus, „doch“.
Wir weinen, es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, wie sage ich es Paul, wie sage ich ihm dass ich nicht auf unser Baby aufgepasst habe und es schon von uns gegangen ist? Vielleicht hat sich die Ärztin geirrt, vielleicht lebt es doch. Ich werde weiter Recherchieren und mir dann noch eine zweite Meinung einholen, ich werde nicht zur Ausschabung gehen wenn eine Chance besteht dass da vielleicht doch noch ein lebendiger Zwerg in mir ist. Ich weine wieder, ich kann nicht lesen was auf dem Bildschirm angezeigt wird also greife ich wieder zum Hörer, ich rufe Paul an um ihm zu sagen dass unser Zwerg tot ist, ich versuche mich zu beruhigen damit ich überhaupt was raus bekomme, als ich es dann raus bekomme herrscht erst mal stille. Dann sagt er: „Du bist sicher sehr enttäuscht“. Wie bitte? Ich bin nicht enttäuscht ich bin tottraurig, mir zerreißt es das Herz, er versucht mich zu trösten aber ich bekomme nicht mehr mit was er sagt, ich weine, ich weine die ganze Nacht bis ich einschlafe…Als ich aufwache bin ich innerlich tot. Ich habe keine Tränen mehr, ich fühle nichts mehr weil fühlen zu sehr weh tut, ich ziehe mich an und gehe ins Büro.
Ich gehe wie in Trance nach Hause, „hey kleiner Wurm, bist du da?“.
Ich sinke in mein Sofa, „oh Gott was ist wenn es schon tot ist und ich trage es jetzt tagelang mit mir rum? Nein es ist sicher nur zu klein, ganz bestimmt ich hab doch noch alle Schwangerschaftsanzeichen und täglich werden sie mehr, sicher nur zu klein, ganz sicher, oh Gott ich kann nicht atmen, wie halte ich das bis Donnerstag aus?“
Ich habe fast 3 Nächte im Internet recherchiert, die kleinen Würmchen wachsen unterschiedlich schnell, ich hoffe inständig dass ich diesmal mehr sehe und starre wieder auf den Monitor, die Ärztin führt den Stab ein und bewegt ihn unangenehm hin und her, wieder sehe ich die Fruchthülle, ich glaube sie ist größer geworden, aber innen ist alles schwarz. „Hmm“ sagt die Ärztin, sie können sich erst mal wieder anziehen. Dann drückt sie mir einen Zettel in die Hand, „gehen sie am besten gleich zur Ausschabung oder am Samstag wenn sie morgen arbeiten müssen“. „Was? Wie bitte? Was ist los? Wieso zur Ausschabung, es ist doch noch gar nicht sicher oder?“ „Doch“ sagt die Ärztin, da wächst nichts, der Embryo ist schon abgestorben, aber die Kollegen im Krankenhaus untersuchen das auch noch mal damit sie sicher sind.
„Aber wenn das Kind tot ist, wieso geht es dann nicht von alleine ab?“ frage ich.
Sie sagt: „manchmal dauert das ein paar Wochen, gehen sie lieber zur Ausschabung.“
Ich verlasse das Behandlungszimmer und merke wie mir die Tränen über das Gesicht rollen, im Warteraum sitzen ein paar Hochschwangere Frauen die mich mitleidig ansehen, ich ziehe mich an und gehe Richtung S-Bahn, ich kann nicht mehr aufhören zu weinen, egal wie sehr ich mich bemühe, eine Welt bricht über mir zusammen, mein heißgeliebtes Würmen soll tot sein. Ich kann kaum noch sehen vor Tränen, meine Augen schwellen zu und das weinen wird immer stärker, ich glaube ich habe in meinem Leben noch nie so stark geweint, mein Baby ist tot, oh Gott wie soll ich weiterleben, ich hab ein totes Baby in mir. Ich kann nicht atmen, nur schluchzen und versuchen den Weg nach Hause zu finden. Mein Herz zerbricht, ich spüre einen stechenden Schmerz im Herzen, oh Gott, wie konnte das nur passieren, was hab ich falsch gemacht? Waren es vielleicht die Gripostad die ich genommen habe bevor ich wusste dass ich schwanger bin? Oder ich hab mich in Paris zu sehr angestrengt, oh Gott mein Baby. Ich kann nicht mehr, ich schließe die Tür auf und greife zum Telefonhörer, meine Schwester geht ran, ich sag hallo, dann bleiben mir die Worte im Hals stecken, ich kann nicht weiter reden, sie spürt dass was nicht in Ordnung ist „oh ein, sag nicht das Baby ist tot“ sagt sie. Ich würge mir ein Wort raus, „doch“.
Wir weinen, es kommt mir vor wie eine Ewigkeit, wie sage ich es Paul, wie sage ich ihm dass ich nicht auf unser Baby aufgepasst habe und es schon von uns gegangen ist? Vielleicht hat sich die Ärztin geirrt, vielleicht lebt es doch. Ich werde weiter Recherchieren und mir dann noch eine zweite Meinung einholen, ich werde nicht zur Ausschabung gehen wenn eine Chance besteht dass da vielleicht doch noch ein lebendiger Zwerg in mir ist. Ich weine wieder, ich kann nicht lesen was auf dem Bildschirm angezeigt wird also greife ich wieder zum Hörer, ich rufe Paul an um ihm zu sagen dass unser Zwerg tot ist, ich versuche mich zu beruhigen damit ich überhaupt was raus bekomme, als ich es dann raus bekomme herrscht erst mal stille. Dann sagt er: „Du bist sicher sehr enttäuscht“. Wie bitte? Ich bin nicht enttäuscht ich bin tottraurig, mir zerreißt es das Herz, er versucht mich zu trösten aber ich bekomme nicht mehr mit was er sagt, ich weine, ich weine die ganze Nacht bis ich einschlafe…Als ich aufwache bin ich innerlich tot. Ich habe keine Tränen mehr, ich fühle nichts mehr weil fühlen zu sehr weh tut, ich ziehe mich an und gehe ins Büro.
Zoe Sou - 6. Feb, 17:21
